Schönheitsideale verschiedener Kulturen

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Schönheitsideale in unterschiedlichen Kulturen

Zwei Frauen. Eine etwas dickere, die sich gerade misst und eine etwas dünnere, welche in einer zu großen Jeans ist.

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Als schön gilt, wessen Gesicht und Körper der zeitgemäßen Vorstellung von Schönheit entspricht und dies unterscheidet sich von Kultur zu Kultur wie auch von Zeit zu Zeit. So findet sich wahrscheinlich für jedermann ein Ort oder eine Epoche in der man das gängige Schönheitsideal verwirklichen würde. Ergo ist Schönheit relativ und eben auch das Schönheitsideal, nach dem Millionen von Menschen auf den unterschiedlichsten Flecken der Welt streben. Denn würden Sie heute ein gutbezahltes europäisches Size-Zero-Model mit einer Zeitmaschine in das Jahrhundert der Renaissance katapultieren, würde man es dort lediglich mit Mitleid und Missbilligung überhäufen. Ebenso schauen sich oftmals viele Menschen des 21. Jahrhunderts die Rubensportraits mit den leibesfülligen Damen mit einem Gefühl von Aversion an. Damals mussten die Frauen wahrlich nicht ihre Bäuche einziehen, denn breite Hüften und ein voller Bauchansatz waren beliebt und ein Symbol für Gesundheit, Wohlstand und Fruchtbarkeit – in einigen Teilen Afrikas und anderen Kulturkreisen, wo Nahrung eine Mangelware darstellt, ist es sogar noch heute so.

Schönheitsideale und ihre Bedingungen

So unterschiedlich die Schönheitsideale in den verschiedenen Kulturkreisen unterschiedlicher Epochen auch sein mögen, sollte sowohl Mann als auch Frau überall und zu jederzeit dem jeweiligen Bild entsprechen. Festzuhalten bleibt, dass in Kulturkreisen mit einem Überangebot an Nahrung und Komfort oftmals ein graziler Körper zum Wunschbild erkoren wird. Wohingegen in Ländern, in denen Knappheit und Hunger herrscht, Vollschlankheit als Statussymbol anerkannt wird. Entsprechend eifern heutzutage die Menschen in den modernen westlichen Überfluss-Gesellschaften nach einem schlanken und sportlichen Körper. Dazu wollen Frauen wie Männer jeden Alters perfekt gepflegt sein und mit einer makellosen sowie jugendlichen Haut aufwarten. Denn Menschen die dick oder faltig sind, gelten mittlerweile paradoxerweise als disziplinlos und kränklich haben.

Schönheitsideale – Verwirklichung um jeden Preis

Ein dünnes Highfashion Model in schwarzer Kleidung

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Die Idee der Schönheitsideale wie auch die unnatürlichen Methoden, um diesem zu entsprechen, sind allerdings keine moderne Erscheinung der Neuzeit, sondern reichen gar bis ins Mittelalter zurück. So galten Mädchen in China jahrhundertelang nur mit ‚Lotusfüßen‘ als vollkommen. Dafür wurden im Kindesalter die Füße schmerzvoll bandagiert und teilweise gebrochen, sodass diese verkrüppelten und eine Frau im Erwachsenenalter eine Babyschuhgröße, die gerade mal etwa zehn Zentimeter maß, vorzeigen konnte. Die chinesischen Männer dagegen mögen es lieber größer – zwar nicht am Fuß, aber sie lassen sich die Beine durch die Einpflanzung von Metall in die Beinknochen, verlängern. Bei einem Bergvolk im Südosten Myanmars hingegen galt es für Frauen als attraktiv einen langen Hals präsentieren zu können, wozu sie mittels einer Schmuckspirale diesen Stück für Stück streckten. Diese ‚Giraffenfrauen‘ beginnen schon als Mädchen mit einer zehn Zentimeter langen Spirale, die sie alle zwei Jahre durch eine etwas längere ersetzen, bis sie die gewünschte abnormale Länge erlangt haben. Im Südwesten Äthopiens, bei den Völkern Mursi und Surma, findet eine ebenfalls sehr schmerzhafte Prozedur statt, wenn man den Mädchen am Ende der Pubertät die Unterlippe aufschneidet und eine Tonscheibe einsetzt, um die dort mustergültige ‚Tellerlippe‘ zu erhalten. Die Männerwelt in Neuseeland unterzieht sich aus ästhetischen Gründen gern der schmerzvollen Tortur einer Gesichtstätowierung, das sogenannte ‚Moko‘ verschafft ihnen bei der restlichen Bevölkerung unheimliche Anerkennung. Aber auch der europäische Mann erträgt gern die Schmerzen, wenn als Ergebnis ein Sixpack oder ein voller Haarschopf frohlockt. Natürlich sind auch die Frauen in Europa zur Erreichung des weitverbreiteten Schönheitsideals zu vielem bereit – wir lassen uns mit Vorliebe das Fett absaugen oder das Dekolleté vergrößern, wenn auch unter wenigen Schmerzen dank der Narkosemöglichkeiten.

Schönheitsideale – das unterbewusste Verlangen

Schönheitsideale haben uns also schon seit jeher enthusiasmiert und unser jeweilig kulturelles Schönheitsempfinden geprägt. Ob wir bestimmte äußerliche Charakteristika als schön ansehen, wird durch die verschiedenen genannten Faktoren bestimmt. Aber auch die Intuition und das Aussehen unserer Vorfahren und der Familie spielen dabei eine entscheidende Rolle, denn Dinge die uns vertraut sind, haben eine betörende Anziehungskraft. So ist zum Beispiel in Japan seit jeher die Niedlichkeitsästhetik ‚Kawaii‘ besonders erstrebenswert. Das dortige Schönheitsideal liegt in einem kindlichen und unschuldigen Aussehen, wohingegen man in der westlichen Gesellschaft eher stark und sexy wirken möchte. Entsprechend kann man behaupten, dass Menschen erlernen, was schön ist – unter anderem auch durch die Mode- und Medienindustrie. Ob man sich davon befreien kann, ist fraglich, jedoch wünschen und helfen wir Ihnen Ihr persönliches Schönheitsideal zu finden, mit dem Sie sich jederzeit und überall wohlfühlen.

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